Neues aus der Aktentasche

Der Blog für junge Selbstständige und Berufseinsteiger

Conrad verfolgt mich oder: Der Fluch des Klettverschlusses

Posted on | Juni 18, 2010 | No Comments

Ich werde verfolgt. Wo ich bin, ist es schon da. Klingt paranoid. Ist es vielleicht auch. Ich surfe durchs Netz und es begleitet mich wie ein Schatten. Ist es ein Fluch? Nein, es ist ein Klettverschluss mit selbstklebender Klebefläche. Hatte mir erlaubt, nach diesem Artikel zu suchen. Auf der Conrad-Seite. Und jetzt das: Auf der Seite der Hannoverschen Allgemeinen: Klettverschluss. Auf der Seite der Stuttgarter Nachrichten: Klettverschluss. Die Augsburger Allgemeine: Klettverschluss. Immer dieselbe Werbung. Was hab ich verbrochen, dass mich dieses Produkt jetzt mein ganzes Leben lang verfolgt? Als ob ich Tag ein, Tag aus an nichts anderes denken würde, als an Klettverschlüsse. Als hätte ich in meinem ganzen Leben nichts anders gekauft. Das ist doch verrückt! Bitte Conrad, lass das aufhören. Dynamische Werbeformen schön und gut, die Interessen des Käufers abchecken, ok, aber so was? Das geht zu weit. Die hängen ja an mir wie… Oh Gott, da ist es wieder: Klettverschluss. (ftx)

Schutz vor Einbruch in die Bürogemeinschaft

Posted on | Juni 9, 2010 | No Comments

Ich beschäftige mich gerade mit dem Thema “Einbruch”. Wie können sich Unternehmen dagegen schützen, dass über Nacht Geschäftsräume leergeräumt werden? Schließlich sind Computer und Laptops beliebte Objekte bei Diebstählen. Informationen, was man dagegen tun kann, sind ganz gut auf der Internetseite “Nicht bei mir”, einer Initiative der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes und einiger Verbände aufbereitet. Eine schöne Übersicht zum Thema gibt auch ein kurzes Interview mit einer Sicherheitsexpertin, das auf der Homepage der Allianz veröffentlicht wurde.

Obacht, wenn plötzlich ungebetene Gäste im Büro stehen

Bei den Recherchen ist mir eingefallen, wie eines Tages einmal ein junger Mann mitten bei uns in der alten Bürogemeinschaft in Berlin stand. Er hatte nicht angeklopft, sondern stand da und machte dann anstallten, sich unsere Räume anzuschauen (gab zwar nur einen, ansonsten Küche und Klo, aber das wusste er ja nicht). Er sagte: “Praktikum?” Naja, so was kann in Berlin schon mal passieren. Also fragten wir ihn, bei wem er denn ein Praktikum machen wollte. Er sagte. “Ja, Praktikum Pilot.” So was passiert nun weniger häufig in Berlin (eher in Frankfurt?).

Wie dem auch sei, er babbelte weiter von seinem Praktikum, checkte dabei aber ganz genau ab, wie es bei uns im Büro aussah. Er machte eigentlich auch einen rundum geistig gesunden Eindruck. Irgendwann hielten wir es nicht mehr aus und schmissen ihn aus dem Büro.

Dann wurde uns mulmig. Einige von uns hatten vorher schon mal eine ähnliche Erfahrung gemacht: Damals war am nächsten Tag das Büro leer geräumt. Alle Computer mitgenommen. Also überlegten wir, was zu tun ist. Die Entscheidung: Wir bauten alle Geräte ab, packten sie in einen Kombi und fuhren sie zu einem von uns nach Hause. Das war gar nicht so leicht. Schließlich waren viele Computer schon mit Betonplatten verschraubt, so dass sie nicht so einfach wegzuschleppen waren. Aber die Angst, dass mögliche Einbrecher aus lauter Wut die Hardware kaputtmachten, war größer.

Die Geräte bauten wir vier Tage später wieder auf. Am gleichen Tag installierte ein Monteur unsere neue Alarmanlage. Ein paar Monate später zogen wir aus unserem Ladenlokal in eine Fabriketage, im dritten Stock, mit dreifach verriegelbaren Türen.

An dem Abend mit dem Pseudo-Praktikanten hatten wir übrigens bei der Berliner Polizei angerufen um zu fragen, was in solchen Situationen zu tun sei. Die nette Beratung von damals möchte ich an dieser Stelle noch einmal lobend erwähnen. Die Polizei hat für Fragen des Einbruchsschutzes übrigens eine eigene Internetseite. (ftx)

Coworking-Space in Hannover soll im Juli starten

Posted on | Mai 21, 2010 | 4 Comments

Nun ist es fast ein Jahr her, dass ich nach Hannover zog und in diesem Blog den Artikel “Tisch, Telefon, Internet – und ein paar Leute mit denen man sich gut versteht” schrieb. Darin hatte ich bemängelt, dass es das Konzept “Coworking-Space” in Berlin zwar in den unterschiedlichsten Ausführungen gibt, Hannover in dieser Hinsicht allerdings leider nichts ähnliches zu bieten hatte.

Hatte!

Denn eben habe ich entdeckt, dass sich tatsächlich eine kleine Truppe gefunden hat, um einen Coworking Space in Hannover aufzubauen. Das “Going live”, wie es auf der Homepage der Coworker steht, soll am 1. Juli stattfinden. Inspiriert wurden die Gründer vom Betahaus in Berlin, das mir selbst aus Recherchen noch sehr gut in Erinnerung ist. Die Bilder auf der Homepage vom neuen Zentrum sehen schon sehr nett aus. Ich wünsche den Gründern alles Gute!

(ftx)

Fablabs – Atome sind die neuen Bits

Posted on | April 28, 2010 | No Comments

Bau Dir Deinen Traum – so könnte man den Ansatz der Fablabs bezeichnen. Hier treffen sich interessierte Laien um mit Lasern und Plottern 3-D-Modelle zu schaffen.

Zum ersten Mal bin ich auf das Rapid Prototyping im Buch “Marke Eigenbau” von Holm Friebe und Thomas Ramge gestoßen. Ein wenig funktioniert es wie der Replikator bei Star Trek. Ich möchte gerne den Eifelturm in Miniaturformat – bitte schön, da ist er auch schon. Das Ganze funktioniert über Plotter, die nach einem 3-D-Modell in einem Computer Partikel auf einander schichten. Bisher war die Technik sehr teuer und nur Spezialisten vorbehalten. In den vergangenen Jahren sind die entsprechenden Maschinen jedoch sehr viel günstiger und auch handlicher geworden, so dass sie auch von Laien verwendet werden können. Read more

Bei Versicherungen wegen Berufsunfähigkeit aufpassen: Selbstständige haben Pflicht zur Umorganisation

Posted on | April 16, 2010 | No Comments

Versicherungen sind ja schon eine seltsame Sache, schließlich bezahlt man für ein Ereignis, von dem man eigentlich wünscht, dass es niemals eintreten werde. Das hat oft ja seine Berechtigung. Ich möchte keinesfalls sagen, dass Krankenversicherungen, Rentenversicherungen und Haftpflicht nicht ihre Berechtigung hätten. Aber bei der Institution der Berufsunfähigkeitsversicherung bin ich mir da keinesfalls sicher.

Scheinbare Sicherheit

Denn die Berufe, die es am nötigsten hätten, nämlich alle mit einer starken körperlichen Belastung, etwa im Handwerk auf dem Bau oder ähnliches, werden mit so hohen Risikozuschlägen belastet, dass der Abschluss einer vernünftigen Police kaum bezahlbar ist. Die vielen anderen in ihren Bürojobs können sich den Abschluss vielleicht leisten, aber in sehr vielen Fällen bringt er ihnen wenig. Sei es, weil sie durch abstrakte Klauseln auf einen zumutbaren Job in einem völlig anderen Beruf verwiesen werden oder sie aus Versehen auf undurchsichtige Fragen zu ihrem Gesundheitszustand falsch geantwortet haben. Warauf man achten sollte, steht sehr schön beschrieben in einem Text der Stiftung Warentest zu den Tücken der Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Text steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

Als ich den Text las, bin ich auch auf die Pflicht für Selbstständige zur Umorganisation gestoßen. Zuerst müssen sämtliche Möglichkeiten innerhalb einer Firma ausgeschöpft sein, die Aufgaben des Chefs auf andere Schultern zu verteilen. Erst wenn das nicht möglich ist, springt die Versicherung ein. Dafür will sie im Regelfall, dass der Selbstständige vor ihr seine Firmenstruktur entblöst. Ist ja auch aus ihrer Sicht selbstverständlich. Aber ob man das als Selbstständiger so will, ist eine völlig andere Frage. Gut zusammengefasst ist diese Problematik auf der Webseite Anwalt.de in einem Artikel des Rechtsanwalts Uwe Klatt. Ein Paar Rechtsfälle und Urteile veranschaulichen die Lage.

Ist also die Frage, wie viel Sicherheit man will und ob nicht die Sicherheit einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine vorgegaukelte ist. Mit der Lebenswirklichkeit vieler Selbstständige hat das sowieso nichts zu tun. Da herrscht die Haltung: Arbeiten bis zum Herzinfarkt. Unter solchen Umständen sollte dann wohl eher doch eine Risikolebensversicherung abgeschlossen werden. (ftx)

Ausbildung in Zeitarbeitsfirmen – Eine Geschichte mit mehreren Wendungen

Posted on | März 31, 2010 | 1 Comment

Zeitarbeit hat einen schlechten Ruf. Ihr wird vorgeworfen, Löhne zu drücken und ein Mittel zu sein, den Kündigungsschutz von Mitarbeitern zu umgehen. Viele tausend Zeitarbeiter werden dauerhaft in großen Unternehmen eingesetzt und arbeiten dort so, als wären sie Kollegen wie alle anderen. Nur nicht zu denselben Konditionen.

Nun bin ich auch eine neue Wendung gestoßen. Ein großes Deutsches Zeitarbeitsunternehmen bietet bei sich Ausbildungsplätze an. Jedoch nicht in der Verwaltung, im kaufmännischen Bereich, wie man erwarten könnte, sondern in technischen Berufen bishin zum Flugzeugmechaniker. Nun ist es allerdings so, dass die Zeitarbeitsfirma gar keine eigenen Flugzeuge oder der Branche entsprechenden Maschinen hat. Geschweigedenn einen für diesen Bereich qualifizierten Ausbilder. Nein, die Ausbildung wird in Partnerunternehmen durchgeführt.

Meine erste Reaktion: Jetzt wird auch noch die Ausbildung ausgelagert. Damit die Firmen sagen können: “Seht her, wir tun was für die Zukunft”. Obwohl keiner der jungen Menschen wirklich zum Betrieb gehört. Doch so einfach ist die Lage nicht. Anstatt mit der Vermittlung billiger Azubis Geld zu verdienen, zahlt die Zeitarbeitsfirma den beteiligten Unternehmen einen gewissen Betrag, mit dem die Unkosten, die bei der Ausbildung entstehen, gedeckt werden.

Der Grund: Bis 2012 habe man in bestimmten Bereichen, etwa der Flugzeugtechnik einen Fachkräftemangel ausgemacht, sagte mir ein Verantwortlicher. Da zu diesem Zeitpunkt vermutlich zu wenig Kräfte auf dem Markt für die Zeitarbeitsfirma zur Verfügung stünden, würde man vorsorglich ausbilden. Alle Azubis haben mit Beginn der Lehre die Zusage, von der Zeitarbeitsfirma unbefristet übernommen zu werden.

Ein Angebot, sehr viel besser, als es dem Ruf der Branche entspricht. (ftx)

qTranslate: Ein unglaubliches Werkzeug für mehrsprachige WordPress-Blogs

Posted on | März 22, 2010 | No Comments

Auf dieses PlugIn bin ich heute erst gestoßen. Ich bin gerade dabei, für meine kleine Gründung eine mehrsprachige Webseite zu bauen. Allerdings war mir lange Zeit nicht klar, wie ich diese Aufgabe mit WordPress würde bewältigen können. Ich hatte schon befürchtet, ich müsste einen Webseitenzwilling auf Englisch auf den Server laden. Und mühsam jede Webseite einzeln pflegen.

Geht alles viel einfacher!

Ich bin richtig begeistert von Qian Quins Tool qTranslate. Einfach als PlugIn hochladen. Und dann fröhlich mehrsprachig drauflos bloggen. Und so sieht es aus:

qTranslate

Englisch, Deutsch und Chinesisch sind voreingestellt. Andere Sprachen können zusätzlich hochgeladen werden. Will man einen neuen Artikel schreiben, öffnet sich eine Maske mit Eingabefeldern zu jeder Sprache (Überschrift und Haupttext). Die Benutzerführung ist dabei vorbildlich. Wenn alle Felder gefüllt sind, einfach wie sonst auch auf “Publizieren” drücken.

Automatisch ordnet nun die Webseite jedem User gemäß der Spracheinstellung seines Browsers die jeweiligen Inhalte zu. Wer aus Deutschland kommt, sieht deutsche Artikel, wer aus England kommt, sieht englische, usw. usf. Man kann aber auch einen ganz einfach Button zu einem Link setzen. Unter www.deinehomepage.de/en ist dann zum Beispiel alles auf Englisch.

Einfacher geht es definitiv nicht. Ein ganz großes Lob für dieses tolle PlugIn! (ftx)

Erst ein anderes Unternehmen ruinieren – dann erst ein eigenes gründen

Posted on | März 11, 2010 | No Comments

Wie viel Erfahrung braucht man, um sich selbstständig zu machen? Schwer zu sagen. Ich bin seit meinem ersten Tag im Berufsleben selbstständig. Geplant war das nicht. Der erste Auftrag war da und musste abgearbeitet werden. Der zweite Auftrag kam, und so weiter. Jetzt sind schon vier Jahre ins Land gegangen. Ein Leben als Arbeitnehmer kann man sich da kaum noch vorstellen. Kein Wunder, dass mich da die Aussage eines Gründerberaters aus den Puschen gehauen hat.

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Ist die Cebit als Messe das, was Karstadt als Kaufhaus ist?

Posted on | März 9, 2010 | No Comments

Es waren ja diverse Klagen zu hören, dass die Cebit auch nicht mehr das ist, was sie mal war. Ich konnte mir ja letzte Woche auch mal ein Bild machen. In manchen Hallen herrschte tatsächlich gähnende Leere. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wo eigentlich auf diesem ganzen Messegelände die Geschäfte gemacht werden.

Und noch ein Shooter

Also bei Intel vermutlich nicht. Der Chiphersteller hat mehr als Ausrichter einer internationalen Spiele-Meisterschaft (Quake, World of Warcraft etc.) geglänzt. Ist das das richtige Umfeld für Deals? Gut, hat sich wahrscheinlich an die ganzen Privatpersonen gerichtet, die auf der Cebit Zerstreuung suchten und Tüten mit Gadgets abstauben wollten. Aber ganz ehrlich: Bei Saturn gibt es von beidem mehr. Und ist es unter Umständen auch voller.

Mit einem Freund habe ich also das Cebit-Problem durchdiskutiert. Wir haben folgende These aufgestellt: Die Cebit ist als Messe das, was Karstadt als Kaufhaus ist. Von allem etwas aber nichts richtig. Echte Neuheiten werden eher nicht vorgestellt. Das machen die großen Konzerne auf ihren Hausmessen. Ist also in dem Sinne auch keine richtige Leistungsshow. Fundierte Informationen für ein Fachpublikum? Tut mir Leid, aber dabei stören die anderen Besucher wirklich. Kontaktpflege? Naja, schon. Es sind ja auch noch immer einige Unternehmen mit Ständen vor Ort. Viele haben sich aber auch mit reinen Werbebudchen begnügt. Und was soll ich denn bitte schön von Googles Streetview Aktion halten? Mädchen in Overalls bemalen Autos und bekleckern sich mit Farbe…

Ich war auch schon auf dem Barcamp im vergangenen Jahr in Hannover. Da war insgesamt eine viel größere Aufbruchstimmung zu spüren, als sie bei der Cebit verbreitet wurde. Das hätte ich mir eigentlich von der größten Computermesse der Welt erwartet. Stattdessen Mittelmaß. Ok, aber ob es reicht? (ftx)

Freunde, Friends und Interessierte – Sascha Lobo auf der Cebit

Posted on | März 2, 2010 | No Comments

Für ein junges StartUp stellt sich natürlich die Frage, inwieweit man sich am Socialmedia-Hype beteiligt. Das kann man ja inzwischen ganz unproblematisch, richtet einen Facebook-, Twitter-, Youtube-Account ein und los gehts. Um “Attention Economy” und “Social Media” ging es heute auf bei der Webciety auf der Cebit. Ich fand das Thema ganz spannend und habe mich einfach dazu gesetzt (musste sowieso auf der Cebit recherchieren).

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