Modernes Wissensmanagement: Wissen als Produktionsfaktor und Ressource

Der Blick auf die Produktionsfaktoren hat sich gewandelt. Neben Kapital und Arbeit hat der Faktor Wissen immer mehr an Raum gewonnen. Modernes Wissensmanagement setzt hier an. Informationen müssen als betriebliche Ressource betrachtet werden, um auf dem Markt zu bestehen. Was weiß das Unternehmen über das eigene Produkt, über den Kunden oder über die Konkurrenz?

Wissensmanagement

Probleme im Umgang mit Wissen. Quelle: Voigt, S. [et.al]., Wissensmanagement in produzierenden KMU

Nur wenn diese Informationen bei Entscheidungsträgern zusammenlaufen, ist das Management in der Lage, nicht nur aus dem Bauch heraus Entscheidungen zu fällen, sondern sie auf eine begründete Basis zu stellen. In der Praxis haben sich zwei große Felder herausgestellt, über die Informationen für das Unternehmen ermittelt werden: Marktforschung und Informationsmanagement. Es ist eine Frage des Blickwinkels: Nach außen oder nach innen.

Marktforschung: Der Blick nach außen

Marktforschung besteht oft aus einer empirischen Erhebung, die verschiedene Phasen von der Formulierung des Problems bis hin zur Präsentation der Forschungsergebnisse durchlebt. Der Auftraggeber kann durch die Studie ein Schlaglicht auf eine Problemstellung werfen. Diese ist empirisch belegt. Die Präferenzen von Kunden werden, soweit professionell gearbeitet wird, auf eine valide Datenbasis gestützt. Selten allerdings gehen die Marktforschungsagenturen weiter und betrachten ihre Daten in verschiedenen Kontexten: gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche.

Gute Marktforschung, die Unternehmen einen Nutzen bieten soll, muss aber auch hier ansetzen. Es darf nicht nur darum gehen, Zahlen und Daten zu sammeln. Es ist wichtig, diese Daten auch in einen Zusammenhang zu setzen. Und eine Fragestellung zu formulieren, die dem Unternehmen tatsächlich dabei hilft, Entscheidungen zu fällen.

Informationsmanagement: Der Blick nach innen

Informationsmanagement hat zum Ausgangspunkt das eigene Unternehmen: Welche Informationen sind schon vorhanden? Wie können wir die Informationen von und über Kunden und Lieferanten nutzen? Wie können wir das bestehende Wissen für neue Projekte und Dienstleistungen verwenden? Genau hier liegen auch die größten Schwierigkeiten.

Im Wesentlichen handelt es sich bei Lösungen des Informationsmanagments um IT-Fragestellungen. Mitarbeiter sollen über eine Software Inhalte festhalten. Das Programm soll dazu dienen, diese Informationen schnell auszuwerten. Das Problem: Derartige Prozesse müssen auch gelebt werden. Die Anwendungskurve von derartiger Technologie ist nach ihrer Einführung stark fallend. Wissen wird dadurch nicht transparenter, sondern bleibt informell.

Mit einem Kollegen habe ich aus diesem Kerngedanken heraus ein neues Projekt entwickelt: WECABI. Die Abkürzung steht für „We Care for Business“. Marktforschung und Informationsmanagement müssen vernetzt werden. Nur mit dem gemeinsamen Blick nach Innen und Außen kann ein ganzheitliches Bild entstehen. Mit WECABI wollen wir dabei helfen. Wir ermitteln den aktuellen Wissensstand ím Unternehmen anhand konkreter Fragestellungen. Wir ergänzen diese Informationen mit aktuellen Marktinformationen, um sie für das Unternehmen in einen Kontext zu stellen. Für ein besseres Verständnis von Kunde, Produkt und Wettbewerb. [ftx]

Henning Zander

Über den Autor Henning Zander

Henning Zander ist Wirtschaftsjournalist und externer Datenschutzbeauftragter (TÜV). Er arbeitet u.a. für FOCUS-Business, Legal Tribune Online und das Anwaltsblatt. Er ist Autor des Buches Startup für Einsteiger

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