Wie man eine Rechnung aus den USA mit einem Scheck bezahlt

Für Deutsche mutet es etwas altertümlich an. Dennoch verlangen immer noch viele Unternehmen und Dienstleister aus den USA die Bezahlung ihrer Rechnungen per Scheck. Mit meiner kleinen Gründung habe ich da inzwischen meine Erfahrungen gemacht.

Viele US-Unternehmen vertrauen Schecks immer noch mehr als einer Banküberweisung (Foto: Alexander Hauk/pixelio)

Da die Scheckzahlung in Deutschland so gut wie ausgestorben ist, fallen erhebliche Bearbeitungsgebühren an. So kostet der Bankscheck für die Auslandszahlung bei der Sparkasse Hannover 16 Euro. Leider stehen die Konditionen nicht im Netz, man muss sie telefonisch oder bei der Filliale erfragen. Man kann die Sparkasse auch damit beauftragen, den Betrag über eine Partnerbank in den USA zustellen zu lassen.

Das wird teuer

Die US-Bank stellt dann den Scheck aus und schickt ihn innerhalb der USA zum Geschäftspartner. Beim Einlösen des Schecks werden grundsätzlich für den Empfänger Gebühren fällig. Wer das nicht möchte, kann diese Kosten schon in Deutschland übernehmen. Damit belaufen sich die Kosten insgesamt auf 33,50 Euro.

Wir mussten auch erst einmal Schlucken, als uns dieser Betrag genannt wurde.

Interessanterweise haben die Sparkassen für den Service unterschiedliche Tarife. Bei der Berliner Sparkasse wurde mir für dieselbe Dienstleistung ein Tarif von 22,50 Euro genannt, allerdings über das Online-Banking. Auch das, finde ich, ist schon eine ganz schöne Summe für eine Überweisung.

Der erste Gedanke: Travelers Cheques, zum Beispiel von American Express, müssten es auch tun. Hier stellt sich das Problem, dass Travelers Cheques vor Ort beim Einlösevorgang unterschrieben werden müssen. Schon vorunterschriebene Schecks werden selten bis gar nicht akzeptiert.

Eine Alternative könnte auch der Money Transfer von Western Union sein. Lohnen tut sich das erst ab größeren Beträgen. So kostet es 30 Euro eine Summe zwischen 360,01 und 540 Euro zu transferieren. Kooperationspartner von Western Union ist unter anderem die ReiseBank. Der Empfänger kann in der Regel innerhalb von 10 Minuten das Geld in bar bei einer Western Union Agentur im Empfängerland. Dafür müsste der Empfänger aber auch eine Western Union Agentur in der Nähe haben.

Interessant fand ich die Möglichkeit des Tipanet-to-Cheque der Volksbanken. Jeder Zahlungsauftrag per TIPANET soll 10 Euro kosten, unabhängig von der Höhe der Überweisung. In diesem Betrag sollen die ausländischen Gebühren bereits enthalten sein. Zusätzliche Kosten entstehen nicht. Eigentlich ein überzeugendes Angebot. Leider kann ich es nicht testen, da ich kein Volksbank-Kunde bin.

Bin noch nicht sicher, wie ich mich entscheide. Sicher werden jetzt einige sagen: Red doch erstmal mit deinem Geschäftspartner. Das Problem ist allerdings, dass es aus US-amerikanischer Sicht kaum etwas Unsichereres gibt als eine Banküberweisung. Vor allem die ältere Generation gibt äußerst ungern Bankinformationen aus der Hand. Wie das mit dem Kreditkartenland USA zusammenpasst, darüber kann man sich zwar wundern. Lohnen tut sich das allerdings nicht.

Ein sehr umfangreicher Artikel zum Thema Scheckzahlung in den USA findet sich auf der Seite USARundbrief.com.

(ftx)

Henning Zander

Über den Autor Henning Zander

Henning Zander ist Wirtschaftsjournalist und arbeitet u.a. für Die Welt und Spiegel Online. Er ist Autor des Buches StartUp für Einsteiger

Ein Kommentar

  • Ich habe vor etlichen Jahren mal eine Bestellung in den USA mit Traveler Cheques bezahlt. Mit Zweitunterschrift und ohne Probleme.

    Eine je nach Zielgebiet mehr oder weniger riskante Alternative wäre noch der Versand von Bargeld per Post – möglichst so, dass man es dem Umschlag von außen nicht ansieht. US-Dollar sollte fast jede Sparkassenfiliale vorrätig haben.

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