Freunde, Friends und Interessierte – Sascha Lobo auf der Cebit

Für ein junges StartUp stellt sich natürlich die Frage, inwieweit man sich am Socialmedia-Hype beteiligt. Das kann man ja inzwischen ganz unproblematisch, richtet einen Facebook-, Twitter-, Youtube-Account ein und los gehts. Um „Attention Economy“ und „Social Media“ ging es heute auf bei der Webciety auf der Cebit. Ich fand das Thema ganz spannend und habe mich einfach dazu gesetzt (musste sowieso auf der Cebit recherchieren).

Bester Freund: Der Kunde

Sascha Lobo war natürlich mit von der Partie. Man kann ja über ihn sagen, was man will, aber seine Thesen bringt er immer ganz nett auf den Punkt. Heute: SEO wird langfristig durch SMO ersetzt. Denn schon heute sind Socialmedia-Plattformen wie Facebook als Traffic-Lieferanten teils wichtiger als die scheinbar übermächtige Google-Suchmaschine.

Wie sollte man also als Unternehmen darauf reagieren? Lobos Meinung: Eventuell sogar mit Zurückhaltung. Sehr schön hat er klar gestellt, dass man sich nicht der Illusion hingeben sollte, jeder, der den unternehmenseigenen Twitter-Kanal verfolge, sei auch schon automatisch Fan oder Freund. „Richtiger wäre es, von Interessierten zu sprechen“, sagte Lobo. Leute, die das Unternehmen vielleicht auch kritisch verfolgen, aber vielleicht irgendwann einmal mit ins Boot geholt werden.

Harley als Tattoo ist ja ok, aber SAP?

Von Freunden oder sogar Fans zu sprechen, wäre ja wohl auch bei den meisten Unternehmen vermessen. Klar, manch ein Harley-Fan tätowiert sich den Namen der Marke auf den Oberarm. „Aber wie viele Firmen hier auf der Cebit können von sich sagen, solch eine Fangemeinde zu haben“, sagte Lobo. Also: In der Diskussion mal einen Gang zurückschalten und sich selbst fragen, ob Twittern sich als Unternehmen wirklich lohnt, wenn man eigentlich nichts zu sagen hat. Denn eins wurde auch deutlich: Sich tatsächlich auf den Kunden via Facebook und Co. einzulassen, erfordert einen erheblichen Aufwand. Und ist keinesfalls umsonst zu haben. (ftx)

Henning Zander

Über den Autor Henning Zander

Henning Zander ist Wirtschaftsjournalist und externer Datenschutzbeauftragter (TÜV). Er arbeitet u.a. für FOCUS-Business, Legal Tribune Online und das Anwaltsblatt. Er ist Autor des Buches Startup für Einsteiger

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