Unternehmensgründung

Gastbeitrag: Rürup Rente

Da ich mich an dieser Stelle immer mal wieder selbst Fachthemen mit beschäftige, möchte ich heute zum ersten Mal auch Experten von außen zu bestimmten Themen sprechen lassen. Als erste Stimme dieser Gastbeiträge möchte ich heute Josephine Mühle vorstellen, Portalmanagerin bei Finanzen.de, die mit ihrem Text einen kurzen Einstieg in das Thema Rürup Rente bieten möchte.

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Die Rürup Rente als Standbein der Altersabsicherung für Selbstständige

Jahrzehntelang galt die gesetzliche Rentenversicherung als sicher und solide. Verschiedene demografische und gesellschaftliche Entwicklungen haben jedoch dazu geführt, dass sich die Kassen der gesetzlichen Rentenversicherung nach und nach leeren.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die Rürup Rente, auch Basisrente genannt, ins Leben gerufen. Ziel dieser privaten Vorsorgeform, die von staatlicher Seite subventioniert wird, ist das Schließen der Versorgungslücke bei Erreichen des Renteneintrittsalters. Während Arbeitnehmer in Deutschland eine Riester Rente abschließen können, gilt diese Möglichkeit für die meisten freiberuflich und selbstständig tätige Personen nicht. Dieser Personenkreis kann jedoch von der Rürup Rente profitieren. 

Vorteile der Rürup Rente

Das Besondere an der Rürup Rente ist die nachgelagerte Besteuerung. Dies bedeutet, dass die Einzahlungen in den Rürup Vertrag für den Einzelnen steuerlich geltend gemacht werden können. Bis zu einem bestimmten Höchstbetrag kann der Versicherungsnehmer Einzahlungen, die während eines Jahres in den Rürup Vertrag getätigt worden sind, von der Einkommenssteuer absetzen. 2011 handelt es sich dabei um 72 Prozent der Beiträge. Dieser Wert steigt jährlich um 2 Prozent, sodass im Jahr 2025 die vollen 100 Prozent der Einzahlungen steuerlich geltend gemacht werden können. Hierdurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen vor allem bei Besserverdienenden mitunter deutlich.

Wie funktioniert die Förderung?

Ein erheblicher Teil der Beiträge kann zur privaten Vorsorge steuerlich geltend gemacht und der Nettoaufwand dementsprechend verringert werden. Ebenfalls ist das im Vertrag angehäufte Guthaben pfändungssicher und Hartz IV geschützt. Eine weitere Variante für Selbstständige, die Beiträge zu Versicherungen steuerlich absetzen möchten, ist die Kombination der Rürup Rente mit einer Berufsunfähigkeitsrente. Hierbei darf jedoch nicht mehr als 49% der Gesamtbeiträge für eine Berufsunfähigkeitsrente aufgewendet werden.

Formen der Rürup Rente

Es gibt verschiedene Arten der Rürup Rente, die sich in puncto Sicherheit und Gewinnorientierung unterscheiden. Die klassische Rürup Rente bietet einen garantierten Mindestzins von 2,25 Prozent. Der zu Versichernde erfährt vor Vertragsschluss die Höhe seiner garantierten Rente, die durch Überschüsse noch höher ausfallen kann. Die klassische Form ist daher für sicherheitsorientiert denkende Personen gedacht.

Die fondsgebundene Rürup Rente ist weniger stabil, kann aber deutlich höhere Rendite erwirtschaften. Die Vertragslaufzeit ist üblicherweise so lang, dass mehrere Konjunkturzyklen überstanden werden. Tendenziell bringen die Fondsprodukte immer noch 6 bis 8 Prozent Rendite, was klassische Varianten nicht bieten können.


Über den Autor Henning Zander

Henning Zander ist Wirtschaftsjournalist und externer Datenschutzbeauftragter (TÜV). Er arbeitet u.a. für FOCUS-Business, Legal Tribune Online und das Anwaltsblatt. Er ist Autor des Buches Startup für Einsteiger

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