Erst ein anderes Unternehmen ruinieren – dann erst ein eigenes gründen
Posted on | März 11, 2010 | No Comments
Wie viel Erfahrung braucht man, um sich selbstständig zu machen? Schwer zu sagen. Ich bin seit meinem ersten Tag im Berufsleben selbstständig. Geplant war das nicht. Der erste Auftrag war da und musste abgearbeitet werden. Der zweite Auftrag kam, und so weiter. Jetzt sind schon vier Jahre ins Land gegangen. Ein Leben als Arbeitnehmer kann man sich da kaum noch vorstellen. Kein Wunder, dass mich da die Aussage eines Gründerberaters aus den Puschen gehauen hat.
Ist die Cebit als Messe das, was Karstadt als Kaufhaus ist?
Posted on | März 9, 2010 | No Comments
Es waren ja diverse Klagen zu hören, dass die Cebit auch nicht mehr das ist, was sie mal war. Ich konnte mir ja letzte Woche auch mal ein Bild machen. In manchen Hallen herrschte tatsächlich gähnende Leere. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wo eigentlich auf diesem ganzen Messegelände die Geschäfte gemacht werden.
Und noch ein Shooter
Also bei Intel vermutlich nicht. Der Chiphersteller hat mehr als Ausrichter einer internationalen Spiele-Meisterschaft (Quake, World of Warcraft etc.) geglänzt. Ist das das richtige Umfeld für Deals? Gut, hat sich wahrscheinlich an die ganzen Privatpersonen gerichtet, die auf der Cebit Zerstreuung suchten und Tüten mit Gadgets abstauben wollten. Aber ganz ehrlich: Bei Saturn gibt es von beidem mehr. Und ist es unter Umständen auch voller.
Mit einem Freund habe ich also das Cebit-Problem durchdiskutiert. Wir haben folgende These aufgestellt: Die Cebit ist als Messe das, was Karstadt als Kaufhaus ist. Von allem etwas aber nichts richtig. Echte Neuheiten werden eher nicht vorgestellt. Das machen die großen Konzerne auf ihren Hausmessen. Ist also in dem Sinne auch keine richtige Leistungsshow. Fundierte Informationen für ein Fachpublikum? Tut mir Leid, aber dabei stören die anderen Besucher wirklich. Kontaktpflege? Naja, schon. Es sind ja auch noch immer einige Unternehmen mit Ständen vor Ort. Viele haben sich aber auch mit reinen Werbebudchen begnügt. Und was soll ich denn bitte schön von Googles Streetview Aktion halten? Mädchen in Overalls bemalen Autos und bekleckern sich mit Farbe…
Ich war auch schon auf dem Barcamp im vergangenen Jahr in Hannover. Da war insgesamt eine viel größere Aufbruchstimmung zu spüren, als sie bei der Cebit verbreitet wurde. Das hätte ich mir eigentlich von der größten Computermesse der Welt erwartet. Stattdessen Mittelmaß. Ok, aber ob es reicht? (ftx)
Freunde, Friends und Interessierte – Sascha Lobo auf der Cebit
Posted on | März 2, 2010 | No Comments
Für ein junges StartUp stellt sich natürlich die Frage, inwieweit man sich am Socialmedia-Hype beteiligt. Das kann man ja inzwischen ganz unproblematisch, richtet einen Facebook-, Twitter-, Youtube-Account ein und los gehts. Um “Attention Economy” und “Social Media” ging es heute auf bei der Webciety auf der Cebit. Ich fand das Thema ganz spannend und habe mich einfach dazu gesetzt (musste sowieso auf der Cebit recherchieren).
Das Experiment: Eine Woche ohne Handy
Posted on | Februar 19, 2010 | No Comments
Na, ist wohl eher ein unfreiwilliges Experiment gewesen, aber dennoch interessant. Vor einer Woche habe ich mein Handy in einem fremden Büro liegen lassen und es bis heute aus den unterschiedlichsten Gründen nicht geschafft, es wieder abzuholen. Und siehe – ich lebe noch!
Man muss sich einfach darauf besinnen, wie es früher war. Da hat man noch Verabredungen gemacht und sie schließlich auch eingehalten. Ohne sich langwierig immer wieder per Handy abstimmen zu müssen. Uhrzeit und Ort haben gereicht. Und wenn was schiefgegangen ist, gab es immer noch das gute alte Münztelefon.
Wie lange ist das her, dass Sie das letzte Mal mit einem Münztelefon telefoniert haben? Bei mir sind das wohl rund zehn Jahre. Damals gab es noch diese gelben Telefonhäuser. Irgendwann wurden die durch das Telekom-Magenta ersetzt. Später gab es dann nur noch Telefonsäulen. Heute sieht das Ganze etwas anders aus.
Das Münztelefon am Bahnhof Hamburg-Harburg hat einen riesigen Bildschirm mit gefühlter 30-Zoll-Bilddiagonale. Bedienung per Touchscreen. Neben dem Telefon gibt es noch eine Email-, eine Internet- und eine Fax-Funktion. Nur der Schlitz für das Kleingeld, der sieht immer noch aus wie früher. Und trotz High-Tech-Aufrüstung können die Münztelefone eines immer noch nicht: Sie geben kein Wechselgeld raus, wenn man ein 50Cent-Stück eingeworfen hat, aber nur für 30 Cent telefoniert hat. Das Restgeld verfallen zu lassen ist blöd, aber ins Internet für 15 Sekunden wollte ich auch nicht.
Klar ist das grundsätzlich blöd, als freier Journalist kein Handy zu haben. Aber mal ehrlich: Büro- und Öffnungszeiten sind jetzt keine spätsozialistischen Erfindungen. Permanente Erreichbarkeit ist auf der anderen Seite auch kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Im Büro kann man mich ja immer noch zu den üblichen Zeiten erreichen.
Aber so ganz stimmt meine kommunikative Enthaltsamkeit ja nicht. Schließlich checke ich mehrmals täglich meinen Email-Account. Und bin damit dann irgendwie doch permanent erreichbar. (ftx)
Lesetipp: Das aktuelle Hartz-IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichts
Posted on | Februar 15, 2010 | No Comments
Jeder Mensch hat in Deutschland einen Anspruch auf ein menschenwürdiges Existenzminimum, das nicht nur das Überleben sichern soll, sondern darüber hinaus die Persönlichkeitsentfaltung und Teilhabe am sozialen Leben. Das Bundesverfassungsgericht hat diesen Anspruch aus dem Sozialstaatsprinzip und der Menschenwürde aus dem Grundgesetz heraus entwickelt. Das Recht mit Inhalt zu füllen, überlässt das Verfassungsgericht dem Gesetzgeber. Nun hat das Gericht allerdings die Grenzen aufgezeigt.
Für einen Nichtjuristen mag das jetzt vielleicht komisch klingen, aber das Hartz-IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist meiner Ansicht nach der lesenswerteste Text, der in diesem Jahr erschienen ist. Es ist einfach schön, wie das Gericht in klaren und einfachen Worten einen so komplexen Sachverhalt erörtert und völlig logisch nachvollziehbar argumentiert. Da ist nix Verschwurbeltes, Steifes sondern echte Zugewandtheit an den Leser. Wer sich zum Thema einarbeiten muss, findet hier sehr viel auch Grundlegendes zur Geschichte des deutschen Existenzminimums, vom Warenkorbmodell bis hin zur Statistikmethode. (ftx)
Master in Social Banking in Bochum
Posted on | Januar 21, 2010 | No Comments
Bis zum 31. Januar kann man sich noch beim Institute for Social Banking in Bochum für den “Master in Social Banking” bewerben. Das Programm setzt einen Kontrapunkt zu den üblichen Boni-Bankern. Die Teilnehmer des Studienganges werden auf eine werteorientierte Finanzwirtschaft vorbereitet, wie sie schon in einigen Nischen-Banken erfolgreich betrieben wird. Die sozialen, ökologischen und ethischen Komponenten des Geschäfts stehen dabei im Vordergrund. Zu den wirtschaftlichen Partnern gehören unter anderem die GLS Gemeinschaftsbank eG, die schwedische Ekobanken und die schweizer Alternative Bank. Das Gegenmodell zu den MBA Programmen internationaler Business-Schools, die vor allem durch zweifelhafte Eidbezeugungen von sich reden machten. (ftx)
Fernstudiengang Sozialkompetenz von der Hochschule Fulda in Kooperation mit der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen
Posted on | Januar 19, 2010 | No Comments
Das hat mich ja gerade aus den Puschen gehauen: Die Hochschule Fulda bietet einen Fernstudiengang Sozialkompetenz an. Zwei Semester, berufsbegleitend. Vielleicht ist ja einfach nur der Name unglücklich gewählt, aber es stellen sich dabei doch einige Fragen:
- Folgt nach dem Studiengang Sozialkompetenz der Master “Richtig zuhören”?
- Arbeiten Absolventen dieses Studienganges eher in der Forschung und Entwicklung oder bei McDonald’s?
- Wie sollen folgende Inhalte in einem Fernstudium vermittelt werden, mit denen der Studiengang angepriesen wird: Kommunikationstechniken, Konfliktbewältigung, Kreativität, Mitarbeitermotivation, Präsentationstechniken, Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung oder Projektmanagement? (Obacht: Die Teilnehmer sehen sich fast nie, ist schließlich ein Fernstudium)
Nicht, dass das falsch verstanden wird: Ich bin auch für Sozialkompetenz. Aber dieses Thema reicht definitiv nicht aus, um aus einem Studium eine “abendfüllende” Veranstaltung zu machen. Da sollte es meiner Meinung nach immer noch um Inhalte gehen. Und bitte um solche, die sich auch nachvollziehbar für ein Fernstudium eignen. (ftx)
Nachtrag:
Ein Kollege von mir meinte, den Masterstudiengang “Richtig zuhören” müsste es auch auf Englisch geben: Als “MBA easy listening”.
99,5 Prozent aller Ideen landen auf dem Müll
Posted on | Januar 15, 2010 | No Comments
Nur 0,5 Prozent aller ersten Ideen in deutschen Industrieunternehmen werden zu gewinnbringenden Produkten. Zu diesem Ergebnissen kommt der Innovationsforscher Philip Grothe von der Bonner Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners. Eine gewaltige Flop-Rate. Gründe für das Scheitern liegen in erster Linie daran, dass viele Produkte an den Bedürfnissen des Kunden vorbei gehen. Read more
Elena – So funktioniert der Elektronische Entgeltnachweis
Posted on | Januar 14, 2010 | No Comments
Diese Grafik erläutert recht anschaulich, wie das Elenasystem in der Praxis funktionieren soll.
Der Elektronische Entgeltnachweis – Elena und die Folgen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Posted on | Januar 13, 2010 | No Comments
Datensätze über rund 40 Millionen Arbeitnehmer. Fehlzeiten, Ausbildung, Kündigung – das Arbeitsleben eines Arbeitnehmers wird durch den neuen Elektronischen Entgeltnachweis (Elena) sehr umfassend abgebildet. Zwar wurde nachgebessert, die Teilnahme an Arbeitskämpfen wird nicht mehr abgefragt, aber es stimmt schon nachdenklich, wenn so viele Informationen auf den Servern einer Institution liegen. Read more
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