Karriere

Krisenmanagement bei Spammail vom eigenen Account

Heute Morgen habe ich meine Emails gecheckt und bin fast umgefallen. Rund 40 Mails stapelten sich in meinem Account (Mail Delivery Failure), plus rund ein Dutzend Mails, in denen mich Freunde darauf hinwiesen, dass anscheinend jemand über meinen Account Spam versendet. Ich muss ehrlich sagen, dass mich das schon umgehauen hat. Schließlich überprüfe ich regelmäßig meinen Computer auf Viren und Trojaner, halte meine Firewall in Schuss und öffne nie Emails mit seltsam klingenden Betreffzeilen. Schon gar nicht schaue ich mir irgendwelche obskuren Anhänge an.

Und dann das…

Damit ich irgendetwas daraus lerne, will ich mal meine Krisenreaktion darstellen. Vielleicht hat ja der eine oder andere noch einen guten Tipp, was man besser machen kann, wenn der Account geknackt ist. Besonders dumm ist es, dass einige meiner Geschäftspartner die Spam-Mail erhalten haben, was mir recht peinlich ist und außerdem unangenehm werden kann. Meine Mails sollen ja gerade nicht im Junk-Ordner verschwinden.

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Hier meine Reaktion:

  • Zuerst habe ich eine Rundmail geschickt, in der ich mich bei meinen Kontakten für die Spam-Mail entschuldige und klarstelle, dass ich nichts mit ihr zu tun habe. Für Nachfragen habe ich meine Telefonnummer angegeben.
  • Als zweite Reaktion habe ich meinen Computer mit Antivir auf Viren überprüft. Tatsächlich wurde eine schädliche Datei entdeckt. Ob es sich dabei um einen Virus oder einen Trojaner handelte konnte mein Programm nicht sicher sagen. Ich habe die entsprechende Datei gelöscht.
  • Zu guterletzt habe ich mein Hotmail-Postfach gelöscht, das von dem Angriff betroffen war. Es wird allerdings nicht unmittelbar abgeschaltet. Microsoft braucht ein paar Tage. Damit die Spammer nicht weiter meine Kontakte benutzen können, habe ich diese Online ebenfalls gelöscht. Nachdem ich sie sicherheitshalber auf meinen Rechner gezogen habe.

Es handelte sich übrigens um eine Mail mit dem folgenden Inhalt:

„Hey friend,
How are you these days?
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In der Email wird auf eine Seite von Elerush verlinkt (ich möchte den Leuten von Elerush jetzt keinen Gefallen tun und auf Ihre Seite verlinken). Über den Anbieter www.iks-jena.de habe ich kostenlos feststellen lassen, auf welchen Namen die entsprechende Internetseite zugelassen ist. Sie ist chinesischen Ursprungs. Ich habe sogar Namen, Telefon und Fax des Betreibers heraus bekommen, was mir sicherlich wenig hilft, aber eine gewisse Genugtuung darstellt. Die Daten stelle ich jetzt allerdings nicht ins Netz. Schließlich respektiere ich die Daten anderer. Was man von den Hackern sicher nicht sagen kann. (ftx)

Über den Autor Henning Zander

Henning Zander ist Wirtschaftsjournalist und externer Datenschutzbeauftragter (TÜV). Er arbeitet u.a. für FOCUS-Business, Legal Tribune Online und das Anwaltsblatt. Er ist Autor des Buches Startup für Einsteiger